Erinnerung ist kein neutraler Prozess – sie wird gemacht, verhandelt und manchmal auch verweigert. Wer entscheidet, welche Geschichten im kollektiven Gedächtnis bleiben und welche verschwinden?
Das Podium fragt, wie feministische und dekoloniale Perspektiven Lücken in der Erinnerungskultur sichtbar machen und bestehende Narrative erweitern können – anhand dreier konkreter Beispiele. Mit Parastou Forouhar sprechen wir darüber, wie Kunst, Archivarbeit und kuratorische Praxis, etwa im Iranian Women’s Movement Museum, die Erfahrungen von Verfolgung, Widerstand und Solidarität iranischer Frauen bewahren und zugänglich machen können. Kuratorin Modupe Laja bringt die Perspektive dekolonialer Stadtforschung und Schwarzer Selbstorganisierung ein und fragt, welche Geschichten in städtischen Erinnerungsräumen sichtbar werden – und welche ausgeblendet bleiben. Mit Anke Buettner geht es um die Initiative #FemaleHeritage und die Arbeit der Monacensia: Wie können Archive, digitale Initiativen und Community-Arbeit vergessene Frauen- und FLINTA-Biografien im Münchner literarischen Gedächtnis sichtbar machen und wie lässt sich der literarische Kanon kritisch erweitern?
Unter der Moderation von Birgit Erbe diskutieren die Gäste, wie Erinnerungskultur vielfältiger, gerechter und widerständiger gestaltet werden kann.
Vor der Veranstaltung findet um 18 Uhr eine öffentliche Führung durch die Ausstellung „From Evin with Love“ statt.